53. Europeade Namur - Heimat- und Brauchtumsverein Lechler München e.V.

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Unterwegs > 2016
Die Lechler auf der 53. Europeade in Namur, Belgien
(19. - 24. Juli 2016)

Ziemlich pünktlich um 1 Uhr nachts starteten wir unser Busgemeinschaftsabenteuer nach Namur. Alle Riesengebirgstrachtler, alle Zwerge und die allermeisten Lechler ließen sich von Rudi (Busreiseunternehmen Schwarz) sechs Tage lang auf’s bequemste durch die Gegend kutschieren. Dem Rudi kann ich nicht genug Lobeshymnen singen, denn er kann nicht nur tanzen wie der Lump am Stecker, sondern auch die Freude am Fest mit uns teilen und Witze erzählen. Vor allem aber hat er den einzigen Mangel der diesjährigen Europeadeorganisation ausgeglichen. Er hat uns die, ab 20:30 Uhr nicht mehr fahrenden, öffentlichen Busverbindungen zwischen den Festorten und den Gemeinschaftsunterkünften ersetzt, ist durch jedes befahrbare Gasserl mit dem großen Bus gekurvt, hat Parkplätze gesucht und hat nachts ausgeharrt, bis wir vom Feiern genug hatten. Außerdem hat er uns an unserem auftrittfreien Tag, dem Freitag, in die Abtei Maredsous gefahren, weil unser Europeadeguide, der Brüno (=der beste Führer, den der Uli in den 53 Jahren erlebt hat) gemeint hat, dass wir dort auf alle Fälle eine Bierprobe machen müssten. Das Bier hat 6, 8 und 10 % gehabt und hat die Birne ziemlich eingenebelt. Zu den drei Bierseidln wurde ein Käse gereicht, der so gut gemundet hat, dass er von vielen käuflich erworben wurde, und dann dem Schweißgeruch im Bus zwangsläufig eine Käsenote gegeben hat. Die meiste Zeit war es während der Europeade sehr heiß. Zudem waren wir oft im Gwand oder zumindest in Tracht unterwegs. Deshalb haben wir viele Bierproben machen müssen und uns ein individuelles Bild darüber machen können, ob der Führer durch die Abtei Maredsous damit recht hat, wenn er sagt, dass Belgien das beste Bier der Welt braut. Wir Lechler sind sehr zufrieden mit unseren Leistungen beim Straßenauftritt und bei der Abschlussveranstaltung. Das viele gemeinsame Üben hat sich gelohnt, oder? Beim deutschen Botschafter und bei Bürgermeister von Namur wurden die Lechler von Robert und Silvia, von Evi und Jürgen vertreten. Um diesen Ehrendienst waren sie wahrlich nicht zu beneiden, denn sie mussten zu nachtschlafender Zeit schon „schön sein“. Unser Vereinsvorstandsehepaar war bereits mit dem Auto vorab angereist und organisierte uns eine besonders nette ältere Dame als Stadtführerin. Wir erfuhren viel über die Bewohner, Gebäude, Skulpturen, Kirchen und Gassen der Altstadt, aber auch, dass die Burganlage von Namur zu den größten der Welt gehört. Bereits bei der Veranstaltung „Die Region stellt sich vor“, war szenisch dargestellt worden, dass das Gebiet durch die Jahrhunderte hindurch ständig umkämpft war. Zum Glück bleib während der Europeade in Namur alles friedlich, Araber am Bühnenrand scherzten mit uns und Schwarze waren als hilfsbereite Ehrenamtliche am Werk. Die Welt könnte so schön sein! So kurz nach dem Brexit und unter dem Eindruck der Ereignisse in München und Bayern bekam für mich die Europeade, die europäische Fahne, die Ode an die Freude und das ganze unbeschwerte, farbenfrohe Tanz- Sing- und Musikantenfest noch einmal eine neue Wehmut geprägte Bedeutungserweiterung. Hoffentlich können wir nächstes Jahr in Turku (Finnland), übernächstes Jahr in Viseu (Portugal) und 2019 in Frankenberg wieder so wunderbar zusammen feiern, wie dieses Jahr in Belgien.

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